Sicher im Auto - So stellen Sie die Sitzposition korrekt ein

18.08.2021
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Wer im Auto richtig sitzt und den Autositz korrekt einstellt, fährt nicht nur bequemer, sondern auch sicherer.
Erfahren Sie nun die wichtigsten Tipps und was Sie bereits beim Autokauf berücksichtigen sollten.

Wer viel im Auto unterwegs ist, weiß: Schlechte Sitze oder schlechte Haltung führen zu Verspannungen, Hals- und Rückenschmerzen und vielem mehr. Falsche Sitzpositionen können jedoch auch lebensgefährlich sein. Denn wer falsch sitzt, kann in Notsituationen Lenk- oder Bremsmanöver nicht korrekt ausführen bzw. wird bei einem Crash von Airbags und Gurt nicht wirkungsvoll geschützt. Die richtige Sitzposition kann daher – auch für den Beifahrer – lebensrettend sein.

Probesitzen beim Autokauf

Es beginnt bereits beim Autokauf:

Je mehr Einstellungen beim Autositz und auch beim Lenkrad möglich sind, desto besser. Probesitzen ist also unverzichtbar, das Auto mit seinem Autositz muss zum Fahrer und seiner Statur passen. Besonders bei etwas breiteren oder größer gewachsenen Menschen ist nicht gewährleistet, dass diese in jedem Autositz, der meist anhand von Durchschnittspersonen entwickelt wurde, ausreichend Platz und Halt finden.

Auch die Verstellbarkeit des Lenkrads hinsichtlich Höhe und Länge ist für die richtige Sitzposition und uneingeschränkte Sicht auf das Instrumentenbord relevant.


Ein guter Autositz bietet folgende Möglichkeiten:

  • Sitzfläche ist höhenverstellbar
  • Rückenlehne ist genügend hoch und in der Neigung verstellbar
  • Kopfstütze ist ausreichend hoch einstellbar
  • Verstellhebel, -räder, oder -tasten sind gut erreichbar


Wenn die Sitzfläche darüber hinaus auch in der Länge oder Neigung verstellt, die Sitzposition elektrisch eingestellt und alles danach gespeichert werden kann – optimal! Achten Sie zudem auch auf Lenkrad mit Längs- und Höhenverstellung, allgemein gut erreichbare Steuerungs- und Bedienelemente und dass der Sicherheitsgurt bequem verläuft.

Für Komfort und Sicherheit

Moderne Autositze lassen sich meist vielfach verstellen und sehr präzise an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Nehmen Sie sich dafür genügend Zeit. Schließlich dient es nicht nur dem Sitzkomfort, sondern Ihrer Sicherheit.

Die ideale Sitzposition

Sitzhöhe: Sie sollten eine gute Rundumsicht und alle Instrumente im Blick haben. Als Richtwert gilt: Ihre Augen sollten etwa auf halber Höhe der Frontscheibe sein.

Sitzfläche: Die Sitzfläche sollte relativ gerade und (wenn möglich) in der Länge so eingestellt werden, dass sie einige Zentimeter vor der Kniekehle (etwa zwei Finger breit) endet. Zu starke Neigung kann Ober- oder auch Unterschenkel abschnüren.

Sitzlehne: Diese soll möglichst aufrecht bzw. steil eingestellt werden sein. Das Gesäß soll so nah wie möglich an der Rückenlehne ruhen. Die Schulterblätter sollen immer, auch beim Lenken, in Kontakt mit der Rückenlehne sein. Wenn vorhanden, passen Sie die Lendenwirbelstütze (Lordosenstütze) an die Wirbelsäule an.

Sitzabstand: Der Sitz soll so positioniert sein, dass die Beine auch bei durchgetretenen Pedalen angewinkelt sind und der rechte Oberschenkel dabei die Polsterung nicht eindrückt. Zwischen Oberkörper und Airbag des Lenkrads sollte ein Abstand von etwa 30 Zentimetern sein.

Kopfstütze: Die Oberkante des Kopfes ist idealerweise auf der Höhe der Oberkante der Stütze. Der Hinterkopf sollte möglichst nah an der Kopfstütze sein (dies erreichen Sie durch eine steil eingestellte Lehne).

Lenkrad: Das Lenkrad sollte möglichst steil und so eingestellt werden, dass die Instrumente gut abzulesen sind. In der Ausgangsposition (Stand) ruhen die Hände auf der 9/3-Uhr-Position, dabei sollten die Arme leicht angewinkelt sein. Damit die Schultern, wie oben erwähnt, auch beim Lenken in Kontakt mit der Rückenlehne sind, strecken Sie in der Ausgangsposition die Arme aus: das Handgelenk sollte dabei oben auf dem Lenkrad liegen.

Diese Sitzpositionen sind tabu!

Wer falsch sitzt und/oder den Autositz falsch eingestellt hat, bringt seines und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

Folgende Positionen sollten Sie daher unbedingt vermeiden:

Im Sitz liegen: Bei der liegenden Fahrposition funktioniert gar nichts mehr so, wie es sein soll, da der notwendige Kontakt zur Rückenlehne nicht mehr das ist: Bei einer Notbremsung kommt dadurch nicht genug Druck aufs Bremspedal, auch schnelles Lenken in Notsituationen ist nahezu unmöglich. Bei einem Crash besteht die Gefahr, dass der Lenker (oder auch Beifahrer) unter dem Beckengurt durchrutscht.

Am Lenkrad kleben: Schnelle Lenkmanöver sind auch hier nahezu unmöglich, da der Bewegungsraum für die Arme fehlt. Bei einem Crash ist man zu nah dran am Airbag, der somit seine ideale Wirkungskraft verliert.

Mit einer Hand lenken: Der Inbegriff der „Lässigkeit“, also eine Hand auf 12- oder 6-Uhr-Position des Lenkrads, die andere Hand irgendwo, ist lebensgefährlich: rasche Lenkmanöver lassen sich nicht präzise durchführen, bei einem Reifenplatzer hat man mit einer Hand zu wenig Kraft, um das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten und sollte bei einem Crash der Airbag ausgelöst werden, wird der Arm bei der 12-Uhr-Position ins Gesicht geschleudert.

Die Füße auf dem Armaturenbrett: Dies betrifft zwar nur die Beifahrer, aber auch hier gilt: Lebensgefahr! Bei einem durch den Crash ausgelösten Beifahrer-Airbag werden die Beine nach oben gedrückt, der Oberkörper prallt auf das Knie bzw. Schienbein – weder Gurt noch Airbag wirken voll, was zu schweren Verletzungen führen kann.

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